Dr. Peter Rawohl - Praxis für Kinderheilkunde und Jugendmedizin 05921 / 4499

Informationen zur HPV-Impfung

Worum geht es? HPV ist die Abkürzung für humane Papillomviren. Diese Viren sind weltweit verbreitet, treten nur beim Menschen auf. 80% aller Menschen kommen im Verlauf ihres Lebens mit diesen Viren in Kontakt, Jungen und Männer sind genauso betroffen wie Mädchen bzw. Frauen.

Wie kann man sich anstecken? HPV-Viren werden durch Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen, z.B. beim Geschlechtsverkehr, evtl. auch schon beim Petting. Zunächst merkt man nichts von der Infektion. Später können hässliche Warzen im Genitalbereich auftreten oder bei beiden Geschlechtern verschiedene Krebsarten.

In Deutschland erkranken trotz eines schon lange bestehenden Früherkennungsprogramms jährlich etwa 4.600 Frauen an einem Gebärmutterhalskrebs, etwa 1.600 versterben jährlich daran.

Etwa 1.750 Männer und Frauen erkranken jährlich an einem Analkrebs, etwa 400 sterben daran.

An einem durch HPV verursachten Karzinom der Mundhöhle oder des Rachens erkranken jährlich etwa 850 Menschen beiderlei Geschlechts, mit einer Sterberate von 50 %.

Etwa 750 Männer erkranken jährlich an Peniskrebs, davon versterben etwa 170.

Allein in Deutschland werden pro Jahr etwa 70.000 Operationen wegen Frühformen vom Gebärmutterhalskrebs erforderlich. Dabei wird eine sogenannte Konsisation durchgeführt, d.h. Teile des Gebärmutterhalses werden weggeschnitten. Dies kann bei einer späteren Schwangerschaft zu Komplikationen wie Früh- oder sogar Fehlgeburt führen. In wiederholten Fällen oder bei schon fortgeschrittener Zellveränderung kann es sogar notwendig werden, die Gebärmutter komplett zu entfernen.

Wie sicher ist die HPV-Impfung? Die Impfung ist gut verträglich. Wie bei anderen Impfungen auch sind die häufigsten Nebenwirkungen Hautreaktionen an der Einstichstelle, Spannungsgefühl für 3 Tage im Arm, selten Schwindel und Kopfschmerzen. Da es sich um keine Lebendimpfstoffe handelt, kann man durch die Impfung selbst auch nicht an HPV erkranken.

Nach heutigem Stand scheint nach abgeschlossener Impfserie ein lebenslanger Schutz zu bestehen, weitere Auffrischimpfungen wären daher nicht notwendig. Weiterhin hat sich gezeigt, dass jüngere Mädchen und Jungen sogar noch besser auf die Impfung reagieren, daher müssen bei Impfung vor dem 14. Geburtstag nur noch zwei statt drei Impfungen gemacht werden.

Fazit: Da schätzungsweise 9 von 10 Fälle von Gebärmutterhalskrebs durch HPV-Viren ausgelöst werden, kann durch die Impfung das Risiko einer späteren Erkrankung drastisch gesenkt werden.

Bei den anderen genannten Krebsarten geht die Wissenschaft davon aus, dass mindestens die Hälfte der Fälle durch HPV ausgelöst wird.

Der Effekt der Impfung ist am größten, wenn man sich noch nicht mit HPV angesteckt haben kann. In Deutschland wird die Impfung für alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Für ältere Mädchen und Jungen kann die Impfung bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Die Impfung ist für alle Versicherten kostenlos.

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